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Die Wespenfalle

Sie haben die Nase voll davon, dass Sie von den schwarz-gelben Plagegeistern immer beim Kaffeetrinken oder Eis essen auf der Terrasse oder dem Balkon gestört werden? Sie haben von einer Wespenfalle gehört und überlegen, sich so etwas anzuschaffen?

Dann sollten Sie auf jeden Fall weiterlesen, denn hier erfahren Sie, was Sie über die Wespenfalle wissen müssen und ob es sinnvoll ist, sich eine solche Tierfalle anzuschaffen. Zunächst sollten wir die folgende wichtige Frage klären:

Dürfen Wespen getötet werden?

Ganz klare Antwort: nein, Wespen dürfen nicht getötet werden. Es sei denn, Sie oder eines Ihrer Familienmitglieder reagiert allergisch auf Wespenstiche. Für solche Fälle gibt es Ausnahmeregelungen.

Wespenfalle

Für alle anderen, auch wenn sie jeder nervigen Wespe den Tod wünschen, gilt das Bundesnaturschutzgesetz:


§ 39 I Ziffer 1 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG): Es ist verboten, wild lebende Tiere mutwillig zu beunruhigen oder ohne vernünftigen Grund zu fangen, zu verletzen oder zu töten.

Darunter fallen alle wilden Tiere, dementsprechend auch Wespen.

Es gibt allerdings auch Wespenarten, die unter besonderem Schutz stehen, wie zum Beispiel Kreisel- und Knopfhornwespen. Wer so eine Wespe tötet, kann theoretisch mit einer Strafe von bis zu 50.000 Euro bestraft werden.

Bei der Festsetzung der Strafe ist allerdings aber immer auch der Einzelfall zu betrachten. Ungeachtet dieser gesetzlichen Lage gibt es im Handel aber diverse Wespenfallen.

Die Hersteller dieser Wespenfallen versprechen meist, dass beim Einsatz der Wespenfalle das lästige Wespenproblem einfach gelöst wird.

Wie funktioniert eine Wespenfalle?

Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Wespenfallen.

Zum einen gibt es die elektrische Wespenfalle.

Hier werden Insekten durch UV-Licht angelockt und sterben dann durch die Berührung mit einem elektrisch geladenen Gitter.

Im Sommer sind solche Geräte öfter in Bäckereien zu sehen.

Die elektrischen Fallen, die aktuell (Februar 2019) bei Amazon angeboten werden, werben aber meist nur damit, dass Mücken, Fliegen, Motten und andere Insekten angelockt werden.

Die Wespenfalle, die im Handel am meisten angeboten wird, ist eine sogenannte Anlockfalle. Gängiges Material zur Herstellung dieser Wespenfalle ist Glas oder auch Kunststoff.

Anlockfallen funktionieren nach dem Prinzip, dass die Wespe durch ein Lockmittel angelockt werden soll, in ein Gefäß zu fliegen.

Dieses Gefäß hat nur eine kleine Öffnung, durch das die Wespe nicht mehr entkommen kann, wenn sie einmal in das Gefäß geflogen ist.

Was kann als ich als Anlockmittel in der Wespenfalle benutzen?

Der Handel bietet bereits fertig angemixte Anlockmittel an, die Sie nur noch mit Wasser verdünnen müssen.

Einige Hersteller von Wespenfallen haben im Lieferumfang auch Rezepte zum Anmischen von Lockmitteln.

Anlockmittel in der Wespenfalle

Kann ich mir selbst eine Wespenfalle bauen?

Selbstverständlich. Eine Wespenfalle ist schnell gemacht. Dazu gehört auch kein besonders großes handwerkliches Geschick.

Im Internet gibt es zahlreiche Anleitungen, die meist nach demselben Schema aufgebaut sind.

Die einfachste Variante ist der Bau einer Wespenfalle mit einem großen Schraubglas.

Hierzu brauchen Sie nur in den Deckel des Schraubglases einige Löcher zu bohren, die rund zwei Zentimeter Durchmesser haben. Den Deckel schrauben Sie jetzt ganz locker auf das Glas.

Dann füllen Sie den Boden des Schraubglases mit der Lockflüssigkeit (süßer Fruchtsaft oder Bier soll meist gut funktionieren)

Die Wespen werden angelockt, gelangen durch die kleinen Löcher in das Glas und finden den Rückweg nicht mehr, weil er die Löcher zu klein sind.

Wenn Sie jetzt nicht eingreifen, ertrinken die Wespen jämmerlich in der Flüssigkeit, die sich in der Wespenfalle befindet.

Dann sind Sie zwar die lästigen Wespen los, leisten aber nicht gerade einen aktiven Beitrag zum Naturschutz.

In Zeiten, in denen die Ausmaße des Bienensterbens und des Insektenschwunds immer erschreckender deutlich werden, sollten Sie sich gut überlegen, ob es nicht besser wäre, die Wespen am Leben zu lassen und Mittel und Wege zu finden, sich mit ihnen zu arrangieren.

Nachteile der Wespenfalle

Der NABU (Naturschutzbund Deutschland) weist darauf hin, dass beim Einsatz einer Wespenfalle nur alte Tiere in die Falle gehen und Sie das aktive Wespenvolk mit dieser Maßnahme nicht erreichen.

Außerdem haben Sie mit dem Aufstellen einer Wespenfalle auch noch den ungewollten Nebeneffekt, dass nicht nur Wespen angelockt werden, sondern auch andere Insekten.

Wespenfalle

Gefangene Wespen auch wieder freilassen

Wenn Sie unbedingt eine Wespenfalle benutzen möchten, haben Sie bei dem oben genannten Schraubglas-Modell die Möglichkeit, die gefangenen Wespen wieder freizulassen.

Sie gehen einfach ein paar Meter beiseite, öffnen das Schraubglas vorsichtig und entfernen sich möglichst schnell davon.

Denn die gefangenen Wespen hatten Stress und Stress macht die Tiere aggressiv.

Sind Wespen eigentlich nützliche Insekten?

Auf jeden Fall. Sie bestäuben einige Pflanzen und sie ernähren ihre Brut mit zerkauten Insektenteilen. Das heißt, die Wespen helfen Ihnen, zum Beispiel unerwünschte Larven in Ihrem Garten zu dezimieren.

Wie kann ich Wespen fernhalten, ohne ihnen zu schaden?

Sie können schon vorbeugend tätig sein, damit Wespen Ihren Garten nicht interessant finden.

Dazu gehört in erster Linie, dass Sie Fallobst immer sofort entfernen. Wespen lieben Fallobst.
Auch Obst, das noch am Baum hängt, sollte abgeerntet werden, sobald es reif ist. Denn auch reife Äpfel üben eine heftige Anziehungskraft auf Wespen aus.

Intensive Blattlausbekämpfung wird Ihnen ebenfalls helfen, Wespen fernzuhalten. Denn für Wespen sind die Ausscheidungen der Blattläuse wahre Leckerbissen.

Wenn Sie einen offenen Komposthaufen im Garten haben, sollten Sie Obstreste, die Sie in den Kompost geben, am besten mit einer Schicht Rasenschnitt oder fast fertigen Kompost abdecken.

Auch diese Obstreste locken Wespen an. Und nicht nur Wespen, auch ihre großen Verwandten, die Hornissen. Es gibt noch viele weitere Mittel und Möglichkeiten, Wespen fernzuhalten.

Hier eine Aufzählung der gängigsten Mittel gegen Wespen:

Laut NABU „fliegen“ nur zwei der acht Wespenarten bei uns auf süße Lebensmittel und Fleisch oder Wurst. Das sind die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe.

Hier empfiehlt es sich natürlich, solche Lebensmittel abzudecken und wieder nach drin zubringen, wenn kein Bedarf mehr besteht.

  • Eine sogenannte Ablenkfütterung soll die Wespen dazu bringen, das Ablenkfutter anzunehmen und Ihren gedeckten Tisch mit Kuchen oder Eis in Ruhe zu lassen.
  • Dazu können Sie am besten überreife Weintrauben verwenden.

    Diesen Trick haben die Schülerinnen Maike Sieler und Henrike Weidemann bei einem Experiment für „Jugend forscht“ herausgefunden. Der Abstand des Ablenkfutters zu Ihrem Esstisch sollte 5 bis 10 Meter sein.
  • Vermeiden Sie bunte Kleidung. Wespen fliegen gerne auf bunte Kleidungsstücke.
Anlockmittel in der Wespenfalle

Wenn die ungebetenen Besucher erst einmal da sind, sollten Sie auf keinen Fall wild mit den Armen herumfuchteln oder sich sonst wie hektisch bewegen.

Denn Wespen stechen, wenn sie sich bedroht fühlen.

Auf keinen Fall sollten Sie auf die Idee kommen, die Wespen wegzupusten, wenn sich ein Exemplar beispielsweise auf Ihren Arm gesetzt hat.

 

In Ihrem Atem ist Kohlendioxid enthalten. Dieser Stoff ist für Wespen ein Alarmsignal. Wenn Ihre Kinder Eis oder Süßigkeiten gegessen haben, sollten Sie ihnen den Mund abwischen, damit keine Wespen angelockt werden.

Hausmittel gegen Wespen

Oft wird als Hausmittel empfohlen, Marmelade oder Honig vom Tisch entfernt aufzustellen, um die Wespen dorthin zu locken. Der NABU rät davon ab. Denn unverdünnte Marmelade und reiner Honig machen Wespen aggressiv.

Wenn trotz aller Vorsichtsmaßnahmen eine Wespe zugestochen hat, dann gilt als altes Hausmittel, eine Zwiebel auseinander zu schneiden und eine Hälfte mit der Schnittfläche auf den Stich zu drücken. Die in der Zwiebel enthaltenen ätherischen Öle sollen den Schmerz lindern.

Kann ich ein Wespennest selbst entfernen?

Auch wenn die Werbung der Hersteller für Produkte, die man dazu verwenden kann, suggeriert, das sei ganz einfach, sollten Sie sich gut überlegen, ob Sie das selbst machen wollen.

Im Handel gibt es diverse Produkte, die meistens als „Wespenspray“ bezeichnet werden.

Ein Blick auf die Hinweise des Herstellers sagt Ihnen genau, womit Sie es zu tun haben.

Oft haben die Produkte folgende Kennzeichnung:

– Sehr giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung
– Sehr giftig für Wasserorganismen
– Giftig für Wasserorganismen, mit langfristiger Wirkung

Und viele Hersteller weisen ausdrücklich darauf hin, dass Wespen aggressiv werden können, wenn Sie Anstalten machen, ihr Nest zu zerstören.
Empfohlen wird deshalb Schutzkleidung – lange Hemden und Hosen, festes Schuhwerk, Schal und ggf. Gesichtsschutz.

Aber jenseits dieser Schutzmaßnahmen gilt auch bei der Entfernung eines Wespennestes
die Gesetzeslage, die sagt, dass das Töten der Tiere nicht erlaubt ist.

Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie der Empfehlung des NABU folgen, einen Experten einzuschalten, wenn Sie sich durch ein Wespennest gestört oder bedroht fühlen.

Was mache ich, wenn ich Wespen im Haus habe?

Die beste Vorbeugung, dass das nicht passiert, ist, Fliegenschutz an den besonders gefährdeten Fenstern anzubringen.

 

Ist die Wespe erst einmal in der Wohnung, dann scheuchen Sie das Tier nicht wild wedelnd durch den Raum.

Warten sie ab, bis die Wespe sich hingesetzt hat.

 

Dann stülpen Sie ein Glas über das Tier, schieben ein Stück festes Papier unter die Glasöffnung und transportieren die Wespe nach draußen.

Sollte ich zur Wespenabwehr einen Wespenschreck benutzen?

Als „Wespenschreck“ wird im Handel eine Attrappe eines Wespennestes bezeichnet.
Diese Attrappen sollen Wespen fernhalten, weil diese bei Sichtung des angeblichen Nestes davon ausgehen, dass es sich um das Nest eines anderen Stammes handelt.

Es gibt online nur wenige Bewertungen zu diesen Produkten. Und von den wenigen Stimmen sind auch noch die meisten negativ.

Wobei sich die Kritik nicht nur auf die Wirkungslosigkeit des Wespenschrecks bezieht. Moniert wird auch, dass das Material, aus dem der Wespenschreck hergestellt worden ist, nicht lange hält.

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